Wer 2024 nach dem monday.com Work OS gesucht hat, fand eine flexible Plattform für Boards, Automationen und Dashboards. Das gibt es alles noch. Seit Mai 2026 hat monday.com aber den Begriff Work OS abgelegt und die Plattform um AI-Agents herum neu aufgebaut. Dieser Artikel zeigt, was sich geändert hat, was die einzelnen Bausteine im Alltag leisten, was monday.com heute kostet und worauf Schweizer KMU beim Datenschutz achten sollten.
Vom Work OS zur AI Work Platform: was sich 2026 geändert hat
Work OS war der Name, unter dem monday.com seine Plattform jahrelang vermarktet hat: ein Baukasten, mit dem Teams ihre eigenen Workflows zusammenstellen, ohne zu programmieren. Am 6. Mai 2026 hat monday.com die Positionierung offiziell gewechselt. Die Plattform heisst jetzt AI Work Platform, und das Unternehmen spricht vom grössten Umbau seiner Geschichte.
Konkret heisst das: Menschen und AI-Agents arbeiten in denselben Boards. Agents übernehmen laut monday.com Aufgaben wie Leads qualifizieren, Support-Tickets abschliessen oder Einkaufsanfragen bearbeiten, jeweils unter menschlicher Aufsicht. Über das AI Platform Gateway stehen mehrere Sprachmodelle zur Auswahl, und die neu gestaltete Mobile App bündelt Sidekick und Agents an einem Ort.
An der Grundlage ändert sich für bestehende Nutzer wenig. Boards, Spalten, Automationen und Dashboards funktionieren wie bisher. Die AI-Funktionen sind eine zusätzliche Ebene, die du nutzen kannst, aber nicht musst.
Die vier monday.com Produkte
monday.com verkauft heute vier Produkte, die auf derselben Plattform laufen und jeweils eigene Preispläne haben:
- monday AI Work Platform (bisher als Work Management bekannt): Projekte, Aufgaben und Workflows für alle Abteilungen
- monday CRM: Leads, Kontakte, Deals und Vertriebspipelines, ergänzt durch monday campaigns für E-Mail-Marketing
- monday dev: Sprints, Roadmaps und Bug-Tracking für Software- und Produktteams
- monday Service: Ticketing, Service-Portale und interne Anfragen
Einen Gratis-Plan gibt es nur für die Work Platform. Eine Übersicht aller Produkte und Add-ons findest du in unserer monday.com Produkt- und Preisübersicht 2026.
Was monday.com im Arbeitsalltag macht
Die Basis: Boards, Automationen und Integrationen
Ein Board ist eine Tabelle mit frei definierbaren Spalten wie Status, Verantwortliche, Termine oder Budget. Dieselben Daten lassen sich als Kanban, Gantt, Kalender oder Dashboard anzeigen. Ein Marketingteam plant so seine Kampagnen, eine HR-Abteilung das Onboarding neuer Mitarbeitender.
Automationen erledigen wiederkehrende Schritte nach dem Muster "Wenn X passiert, dann mache Y". Zum Beispiel: Wenn der Status auf "Freigegeben" wechselt, benachrichtige die Projektleiterin und verschiebe das Item in die nächste Gruppe. Im Standard-Plan sind 250 Automations-Aktionen pro Monat enthalten, im Pro-Plan 25'000.
Integrationen verbinden monday.com mit Tools wie Slack, Gmail, Outlook oder Microsoft Teams. Für Verbindungen, die über die nativen Integrationen hinausgehen, lässt sich eine Automatisierungsplattform wie Make dazwischenschalten.
Sidekick: der AI-Assistent mit Board-Kontext
Sidekick ist ein Chat-Assistent, der die Inhalte deines Accounts kennt: Boards, Status, Verantwortliche, Updates und Docs. Du kannst ihn fragen, welche Projekte im Verzug sind, dir ein Dashboard bauen lassen oder vor einem Meeting die offenen Punkte zusammenfassen lassen. Über die Integrationen mit Gmail, Outlook, Slack und Google Calendar entwirft Sidekick auch E-Mails, sendet Slack-Nachrichten oder bucht Termine, ohne dass du monday.com verlässt.
Seit Sommer 2026 verbraucht Sidekick pro Anfrage AI-Credits, abhängig von der Komplexität.
Agents: Aufgaben, die ohne Anstoss laufen
Sidekick antwortet, wenn du fragst. Ein Agent arbeitet dagegen selbstständig an einer festgelegten Aufgabe, zum Beispiel jede neue Support-Anfrage kategorisieren und zuweisen, eingehende Leads bewerten oder Risiken in Projekten markieren. Agents greifen dabei auf mondayDB zu, die gemeinsame Datenschicht der Plattform, und sehen so Informationen über Abteilungsgrenzen hinweg, soweit die Berechtigungen es zulassen.
Agents funktionieren am besten mit einem klaren Ziel und festen Regeln. Ein Agent, der "den Vertrieb unterstützen" soll, liefert wenig. Ein Agent, der jeden neuen Lead aus dem Webformular nach Branche und Unternehmensgrösse einstuft und bei Firmen ab 50 Mitarbeitenden den Key Account Manager informiert, liefert verwertbare Ergebnisse.
Vibe: eigene Apps per Beschreibung bauen
Mit monday vibe beschreibst du in normaler Sprache, welches Tool du brauchst, und Vibe erzeugt daraus eine funktionierende App in monday.com. Beispiele sind ein Absenzentracker, ein Portal für Interview-Feedback oder ein OKR-Tracker. Welches AI-Modell im Hintergrund arbeitet, kannst du selbst wählen. Das beeinflusst, wie viele Credits ein Build verbraucht.
MCP: monday.com in ChatGPT, Claude und anderen AI-Tools
Über das Model Context Protocol (MCP) greifen externe AI-Assistenten wie ChatGPT oder Claude direkt auf deine monday.com-Daten zu und führen dort Aktionen aus. Du fragst dann etwa in Claude nach dem Stand eines Projekts und bekommst die Antwort aus dem entsprechenden Board. MCP verbraucht keine AI-Credits, zählt aber gegen das API-Limit deines Accounts. Seit März 2026 können sich zudem AI-Agents von Drittanbietern bei monday.com registrieren und authentifizieren, um im Auftrag von Nutzern zu arbeiten.
Eine ausführlichere Einordnung aller AI-Funktionen findest du in unserem Überblick zu monday AI.
Was monday.com 2026 kostet
monday.com rechnet in zwei Positionen ab: Seats für die Personen, die mit der Plattform arbeiten, und AI-Credits für die AI-Funktionen. Für Kunden, die sich seit dem 6. Mai 2026 neu anmelden, sind die Credits Pflichtbestandteil jedes bezahlten Plans. Stand September 2026 gelten für die AI Work Platform bei jährlicher Zahlung diese Preise:
Bezahlte Pläne starten bei 3 Seats und steigen danach in Paketen. Ein Team von 4 Personen zahlt also für 5 Seats. Ein Team von 10 Personen im Pro-Plan zahlt 190 USD pro Monat für die Seats, dazu kommt das Credit-Kontingent. Credits über das Kontingent hinaus kosten im Jahresabo 0.01 USD pro Credit. Bei jährlicher statt monatlicher Zahlung spart ihr laut monday.com rund 18 Prozent. Massgeblich sind immer die aktuellen Angaben auf monday.com/pricing.
Wie viele Credits Agents, Sidekick, Vibe oder AI Blocks verbrauchen, haben wir in einem eigenen Artikel aufgeschlüsselt: monday.com AI Preise und Credits 2026.
Für welche KMU sich monday.com lohnt
monday.com passt gut, wenn mehrere Teams an gemeinsamen Prozessen arbeiten und Informationen heute über E-Mail, Excel-Listen und Chats verteilt sind. Eine Agentur verfolgt Kundenprojekte von der Offerte bis zur Rechnung in einem Board. Ein Handelsunternehmen bildet Einkaufsanfragen mit Freigabeprozess ab, statt sie per E-Mail hin- und herzuschicken.
Weniger sinnvoll ist monday.com, wenn ihr nur eine einfache Aufgabenliste für zwei Personen braucht. Dafür reicht der Gratis-Plan oder ein einfacheres Tool. Wer AI-Funktionen intensiv nutzen will, sollte den Credit-Verbrauch vorher mit realen Daten testen, weil er je nach Einsatz stark schwankt.
Unsere Empfehlung: Starte mit Boards und Automationen, bis die Prozesse sauber laufen. AI-Agents lohnen sich, wenn die Datenbasis stimmt. Ein Agent kann nur mit den Informationen arbeiten, die im Board stehen.
Datenschutz: was Schweizer Unternehmen wissen sollten
monday.com speichert Kundendaten in AWS-Rechenzentren in den USA und in Deutschland. Wer seine Daten in der EU halten will, kann die EU-Datenregion wählen. Vollständig in der EU gehostet, inklusive der eingesetzten Subprozessoren, sind die Daten allerdings nur bei Enterprise-Kunden in der EU-Region.
monday.com ist nach SOC 2 Type II, ISO 27001 und ISO 27018 zertifiziert und bietet einen Auftragsverarbeitungsvertrag (DPA) an. Das Datenschutzprogramm deckt laut monday.com ausdrücklich den EWR, die Schweiz und Grossbritannien ab. Ob das Standard-Setup reicht oder ihr die EU-Region im Enterprise-Plan braucht, hängt davon ab, welche Personendaten ihr verarbeitet. Bei besonders schützenswerten Personendaten nach DSG, etwa Gesundheitsdaten, lohnt sich eine Abklärung mit der für Datenschutz zuständigen Person.
monday.com mit Blinno einführen
Blinno ist monday.com Platinum Partner und seit 2019 offizieller Partner in der DACH-Region. Wir unterstützen KMU bei der Wahl des passenden Plans, beim Aufbau von Boards und Automationen und bei der Einführung von monday AI bis zur Schulung der Teams. Warum ein Partner die Einführung erleichtert, erklären wir im Artikel Warum brauche ich einen monday.com Partner?
Du willst wissen, ob monday.com zu euren Prozessen passt? Buche ein kostenloses Erstgespräch mit uns.


