Make vs. n8n vs. Power Automate: Welches Automatisierungstool passt zu welchem Unternehmen?

TL;DR: Make ist visuelle Automatisierung mit grosser App-Auswahl und gutem Preis-Leistungs-Verhältnis für KMU, n8n bringt einen Open-Source-Kern mit Self-Hosting-Option für Datenschutz- und Compliance-Anforderungen, und Power Automate ist stark bei einfachen, personengebundenen Abläufen in Microsoft 365. Microsoft 365 im Einsatz zu haben ist allein noch kein Argument für Power Automate, da Make Outlook, Teams und SharePoint problemlos anbindet. Es gibt kein objektiv bestes Tool, nur das passende für die eigene IT-Landschaft, Compliance-Lage und das vorhandene Know-how.
Veröffentlicht am
October 5, 2026
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Die Frage „Make, n8n oder Power Automate?“ lässt sich nicht pauschal beantworten, denn die drei Tools sind für unterschiedliche Ausgangslagen gebaut. Dieser Artikel vergleicht sie entlang der Kriterien, die in der Praxis über Erfolg oder Frust entscheiden, und zeigt, welches Tool zu welchem Unternehmenstyp passt.

Warum ein neutraler Vergleich wichtig ist

Automatisierungstools werden oft nach Bauchgefühl oder nach dem Tool gewählt, das im Team gerade bekannt ist. Das führt regelmässig zu Fehlentscheidungen, etwa wenn ein Konzern mit strengen Compliance-Vorgaben ein reines Cloud-SaaS-Tool wählt, oder wenn ein KMU ohne eigene IT sich für eine Lösung entscheidet, die Programmierkenntnisse voraussetzt. Der folgende Vergleich bewertet Make, n8n und Power Automate entlang von acht Kriterien, die für die meisten Unternehmen tatsächlich entscheidungsrelevant sind.

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Vergleichstabelle

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Kriterium Make n8n Power Automate
Preismodell Credit-basiert (bis August 2026 Operations genannt), Plan-Stufen mit skalierbarem Kontingent Execution-basiert (Cloud) oder lizenzfrei bei Self-Hosting; Fair-Code-Lizenz Pro Nutzer/Monat oder pro Flow, gestaffelt nach Premium-Konnektoren
Hosting Cloud (Make-eigene Infrastruktur) Cloud (n8n Cloud) oder Self-Hosting auf eigener Infrastruktur Cloud, tief in Microsoft-Azure-Infrastruktur eingebettet
Datenschutz / Schweiz EU-Rechenzentren wählbar; Daten verlassen bei Cloud-Nutzung die eigene Infrastruktur Bei Self-Hosting bleiben Daten vollständig im eigenen Haus, auch in der Schweiz Datenverarbeitung in Microsoft-Cloud-Regionen, Compliance-Rahmen von Microsoft
Lernkurve Niedrig bis mittel, visueller Editor, gut für Nicht-Entwickler Mittel bis hoch, Vorteil für Teams mit Entwickler-Know-how, JavaScript/Python-Nodes möglich Niedrig für einfache Flows, steigt deutlich bei Dataverse und komplexer Logik
Integrationen Sehr breite App-Auswahl (mehrere Tausend), auch Nischenanwendungen Wachsende Bibliothek, plus generische HTTP/API-Nodes für praktisch alles Sehr stark im Microsoft-Ökosystem, ausserhalb davon teils Premium-Konnektoren nötig
Code-Fähigkeit Code App mit JavaScript und Python, gängige Libraries inklusive, im Enterprise-Plan beliebige Drittanbieter-Libraries und längere Laufzeiten; dazu MCP-Client für externe Tools Native JavaScript- und Python-Nodes, volle Code-Flexibilität Eingeschränkt, Power Fx und Verbindungen zu Azure Functions möglich
AI / Agents KI-Module und Integrationen mit gängigen LLM-Anbietern vorhanden Eigene AI-Agent-Nodes, LangChain-Integration, sehr flexibel für KI-Workflows Copilot-Integration und KI-Funktionen im Microsoft-Ökosystem
Fehlersuche und Skalierung Ausführungs-Log pro Modul, Error-Handler-Routen, Incomplete Executions mit Retry, gut beherrschbar auch bei hohem Volumen Detaillierte Executions-Ansicht, Error-Workflows, volle Kontrolle bei Self-Hosting Für einfache Flows ausreichend; bei verzweigter Logik und hohem Volumen wird Debugging und Wartung deutlich aufwendiger
Enterprise-Governance Ab Teams/Enterprise: Rollen, Overage-Schutz, erweiterte Logs Enterprise-Plan oder Self-Hosting: SSO/SAML/LDAP, Umgebungstrennung, Git-Versionierung Stark ausgebaut über Power Platform Admin Center, Dataverse-Governance, Conditional Access
Community Grosse, aktive Community, viele Templates Sehr aktive Open-Source-Community, viele öffentliche Workflow-Vorlagen Grosse Microsoft-Partner- und Nutzer-Community, viel offizielle Dokumentation

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Hinweis: Preise, Kontigente und Feature-Details ändern sich regelmässig. Massgeblich sind die offiziellen Seiten: Make Preise, n8n-Preise, und die Microsoft-Power-Automate-Preisseite (Stand September 2026).

Make im Detail

Ideal wenn:

Du eine grosse Bandbreite an Standard- und Nischen-Apps ohne eigene IT-Abteilung anbinden willst, ein visueller Editor für schnelle Iteration wichtig ist, und ein planbares, gut skalierbares Cloud-Angebot ausreicht.

Ein verbreitetes Missverständnis: Make sei „nur“ ein Klick-Tool ohne Code. Das trifft seit der Code App nicht mehr zu. Eigene JavaScript- und Python-Logik läuft direkt im Szenario, gängige Libraries wie lodash, moment.js, pandas und requests sind verfügbar, im Enterprise-Plan lassen sich beliebige Drittanbieter-Libraries importieren und die Laufzeit steigt von 30 auf 300 Sekunden. Über den MCP-Client kann ein Szenario zusätzlich externe Tools und AI-Systeme ansprechen.

Eher nicht wenn:

Deine Daten aus regulatorischen Gründen zwingend im eigenen Haus bleiben müssen, oder wenn du die komplette Plattform selbst betreiben und versionieren willst.

n8n im Detail

Ideal wenn:

Datenschutz und Datenhoheit zentrale Anforderungen sind, etwa in regulierten Branchen oder bei sensiblen Kundendaten, und im Team Entwickler-Know-how vorhanden ist, um eine Self-Hosting-Umgebung zu betreiben und zu warten. Auch für Unternehmen, die komplexe, codeintensive Automatisierungen bauen wollen, ist n8n stark.

Eher nicht wenn:

keine IT-Ressourcen für Betrieb, Updates und Sicherheit einer Self-Hosting-Instanz vorhanden sind. Die Cloud-Variante von n8n relativiert das teilweise, bringt aber wieder die gleiche Abwägung wie bei anderen Cloud-Tools mit sich.

Power Automate im Detail

Ideal wenn:

Es um einfache, personengebundene Abläufe innerhalb von Microsoft 365 geht: Genehmigungen, Benachrichtigungen, Dokumentenablagen, ein Flow pro Mitarbeitenden. Die Integration in SharePoint, Teams, Outlook und Dataverse ist ausgereift, viele Lizenzen sind über bestehende Microsoft-365-Verträge teilweise abgedeckt, und die Flows fügen sich nahtlos in die bestehenden Zugriffsrechte ein.

Eher nicht wenn:

Die Automatisierung über einfache Abläufe hinauswächst. Genau hier liegt die aus unserer Projektpraxis wichtigste Einschränkung: Mit steigender Verzweigung werden Flows in Power Automate zunehmend unübersichtlich, die Fehlersuche aufwendig und die Wartung teuer. Auch wenn der Grossteil deiner Tools ausserhalb der Microsoft-Welt liegt, werden schnell Premium-Konnektoren nötig, und die Lizenzkosten pro Nutzer oder pro Flow summieren sich.

Wichtig zur Einordnung: Power Automate ist für das, wofür es gebaut ist, ein gutes Werkzeug. Die Frage ist nicht, ob es funktioniert, sondern wie gut es mitwächst.

Entscheidungslogik nach Unternehmenstyp

KMU ohne eigene IT-Abteilung

Für kleinere Unternehmen ohne dedizierte IT ist Make meist der pragmatischste Einstieg: visueller Editor, breite App-Auswahl, kein Betrieb einer eigenen Infrastruktur nötig. Power Automate ist eine valide Alternative, wenn das Unternehmen bereits vollständig in Microsoft 365 arbeitet.

KMU mit eigener IT

Hat das Unternehmen intern Entwickler-Ressourcen, öffnet sich die Möglichkeit, n8n selbst zu hosten. Das lohnt sich insbesondere, wenn Datenhoheit ein Thema ist oder wenn Automatisierungen entstehen sollen, die über das hinausgehen, was ein visueller Editor bequem abbildet. Make bleibt aber auch hier für die „schnellen“ Prozesse oft die effizientere Wahl, eine Kombination beider Tools ist in der Praxis verbreitet.

Konzern mit hohen Compliance-Anforderungen

Bei strengen Governance- und Compliance-Vorgaben rücken die Enterprise-Stufen aller drei Anbieter in den Fokus: SSO/SAML, Umgebungstrennung, Audit-Logs, rollenbasierte Zugriffskontrolle. n8n bietet hier zusätzlich die Option, die gesamte Infrastruktur im eigenen Rechenzentrum oder in einer kontrollierten Cloud-Umgebung zu betreiben, was bei besonders strengen Datenresidenz-Anforderungen ausschlaggebend sein kann. Ist der Konzern bereits stark auf Microsoft-Governance-Werkzeuge (Entra ID, Purview, Conditional Access) ausgerichtet, spielt Power Automate seine Stärken über die tiefe Integration in diese Werkzeuge aus.

Microsoft-365-Haus

Hier lohnt eine Präzisierung, weil dieses Kriterium oft überschätzt wird: Praktisch jedes Unternehmen arbeitet heute mit Microsoft 365, und trotzdem setzen viele davon Make ein. Der M365-Einsatz allein ist also kein Entscheidungskriterium, denn Outlook, Teams, SharePoint und OneDrive lassen sich mit Make ohne Umwege anbinden.

Entscheidend ist die Art der Abläufe. Bleiben sie einfach und spielen sich vollständig innerhalb von Microsoft ab, etwa eine Genehmigung mit anschliessender Ablage, ist Power Automate naheliegend und oft schon lizenziert. Sobald mehrere Systeme, verzweigte Logik, Fehlerbehandlung oder hohes Volumen ins Spiel kommen, spricht die Erfahrung aus unseren Projekten für Make: Der Ablauf bleibt lesbar, Fehler sind im Log pro Modul nachvollziehbar, und die Wartung bleibt bezahlbar. Eine verbreitete Aufteilung ist deshalb: Power Automate für die persönlichen Microsoft-internen Flows, Make als Automatisierungs-Backbone für alles, was über Systemgrenzen geht.

Praxisbeispiel: Kombination statt Entweder-oder

In der Praxis zeigt sich häufig, dass Unternehmen nicht ein einziges Tool für alles einsetzen, sondern die Stärken kombinieren: Power Automate für interne Genehmigungsprozesse innerhalb von Microsoft 365, Make für die Anbindung externer Kunden- und Marketing-Tools, und n8n für einzelne, datenschutzkritische Strecken, die im eigenen Haus laufen müssen. Diese Kombination erfordert eine klare Architekturentscheidung, welches System welche Prozesse verantwortet, damit keine doppelten oder widersprüchlichen Automatisierungen entstehen.

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Häufig gestelle Fragen (FAQ)

Heissen Operations bei Make jetzt Credits?

Ja. Seit Ende August 2026 ist der Credit die Abrechnungseinheit in Make. Bestehende Kontingente wurden 1:1 umgestellt, die Preise blieben unverändert. Der Begriff Operation bezeichnet weiterhin den einzelnen Modullauf, ist aber nicht mehr die Abrechnungsgrösse.

Für wen eignet sich n8n am besten?

Für alle, die mehr Kontrolle und Flexibilität wollen als bei Zapier oder Make – von technisch versierten Einzelpersonen über Marketing-Teams bis zu IT-Abteilungen, die komplexe, KI-gestützte Prozesse automatisieren möchten.

Ist n8n sicher für Unternehmensdaten?

Ja. Du kannst n8n komplett On-Premise betreiben, sodass keine Daten dein eigenes System verlassen. Cloud-Daten werden innerhalb der EU (Frankfurt) gespeichert.

Für welche Unternehmensgröße eignet sich die KI-Automatisierung?

Im Grunde für alle Unternehmensgrößen – entscheidend ist nicht die Größe des Unternehmens, sondern ob ein wiederkehrendes Problem in eine der sieben Kategorien fällt (Zusammenfassung, Klassifizierung, Datenextraktion usw.). KMU profitieren oft überproportional davon, da sie mit einem kleinen Team eine große Wirkung erzielen können.

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Welches Tool passt zu dir?

Blinno arbeitet operativ mit Make, n8n und Power Automate und ist Make Gold Partner sowie monday.com Platinum Partner. Weil wir alle drei Tools im Alltag einsetzen, beraten wir ohne Verkaufsdruck in Richtung eines bestimmten Anbieters, sondern entlang deiner tatsächlichen Anforderungen an IT-Landschaft, Datenschutz und Team-Know-how.

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