Ausgangslage: zwei unterschiedliche Philosophien
Viele KMU im DACH-Raum stehen vor derselben Frage: Lohnt sich ein spezialisiertes All-in-One-Marketing-Tool wie HubSpot, oder reicht ein Kampagnen-Modul, das direkt im ohnehin genutzten CRM sitzt? Seit monday.com im Herbst 2025 auf seiner Elevate-Konferenz "monday campaigns" lanciert hat, stellt sich diese Frage für monday-Nutzer konkret. Wir ordnen ein, was das Tool heute wirklich kann und wo HubSpot nach wie vor die Nase vorn hat.
Was ist monday campaigns?
monday campaigns ist ein E-Mail-Marketing-Produkt, das AI durchgängig in den Workflow einbaut: Aus einem Text-Prompt generiert die AI eine vollständige, markenkonforme Kampagne inklusive Copy und Design. Ein Recherche-Agent scannt zusätzlich CRM-Daten, Kalender und Marktsignale, um proaktiv die nächste sinnvolle Kampagne vorzuschlagen.
Wichtig für die Einordnung: monday campaigns funktioniert auch komplett ohne monday CRM – du kannst Kontakte importieren, Kampagnen bauen und versenden, ohne das CRM je zu berühren. Erst mit monday CRM kommen automatischer Kontakt-Sync, Engagement-Daten direkt in der Kontakt-Timeline und Echtzeit-Umsatzzuordnung vom ersten E-Mail-Klick bis zum abgeschlossenen Deal dazu.
Fuktionen im Überblick monday campaigns
- AI-Kampagnenerstellung: Vollständige E-Mail aus einem Prompt in unter einer Minute
- Drag-and-Drop-Editor: Ohne Code- oder Design-Kenntnisse
- Live-Segmentierung: CRM-Listen aktualisieren sich automatisch mit den Kontaktdaten
- Automatisierte Workflows: Workflow-Auslöser durch CRM-Updates oder Kontaktverhalten auch aus dem Work Management, mit Verzögerungslogik und mehrstufigen Sequenzen
- Versand-Infrastruktur: Läuft über SendGrid, mit DKIM/SPF/DMARC-Authentifizierung und einer Zustellrate von 98–99 %
Was monday campaigns aktuell (noch) nicht kann
Das Produkt ist bewusst fokussiert: Aktuell deckt es ausschliesslich E-Mail-Marketing und Landingpages ab. Wer heute schon Social-Media-Scheduling, native Ads-Verwaltung oder ein vollwertiges CMS für Landingpages und Blog braucht, stösst an Grenzen.

Was ist HubSpot Marketing Hub?
HubSpot Marketing Hub ist der deutlich breiter aufgestellte Gegenpart: eine All-in-One-Suite mit E-Mail-Marketing, Formularen, Landingpages, einem vollwertigen CMS für Website und Blog, nativer Social-Media-Planung, Ads-Management über mehrere Plattformen sowie fortgeschrittenem Lead-Scoring und Attributions-Reporting. Die CRM-Integration ist nativ vorhanden, aber modular aufgebaut – im Gegensatz zu monday, wo Kampagne und CRM auf derselben Datenbasis laufen.

Der zentrale Unterschied: CRM-nativ vs. modulare Suite
Der Kernunterschied liegt nicht in einzelnen Features, sondern in der Architektur. Bei monday campaigns gibt es keine Synchronisation zwischen CRM und Kampagnen-Tool, da beides auf dieselbe Datenbasis zugreift. Änderungen sind sofort sichtbar. Bei HubSpot sind Marketing Hub und die CRM-Komponenten eigenständige, wenn auch gut verzahnte Module.
Für Teams, die bereits mit monday CRM arbeiten, bedeutet das: eine Quelle für Kontakte, keine doppelte Datenpflege, und Vertrieb sieht Kampagnen-Engagement direkt in der Kontakt-Timeline. Für Teams mit komplexeren, mehrkanaligen Marketingprogrammen bietet HubSpot dafür die reifere Klaviatur – insbesondere bei Lead-Scoring, Attribution und nativer AEO-Optimierung, die HubSpot bereits in den Content-Tools integriert hat.
Funktionsvergleich im Detail
Zusätzlich zur reinen Funktionsliste zeigt sich in der Praxis ein weiterer Unterschied: Weil monday campaigns Teil des Work OS ist, lassen sich Kampagnenprozesse (Briefings, Freigaben, Kreativ-Workflows) direkt an bestehende monday-Boards andocken, statt sie in einem separaten Tool zu managen. HubSpot punktet dafür dort, wo Teams schon heute ein etabliertes, kanalübergreifendes Marketing-Setup mit vielen Drittintegrationen betreiben – der Wechsel würde eingespielte Prozesse und Integrationen kosten.
Kosten im Vergleich
Die Preismodelle sind grundverschieden:
monday campaigns
Nutzungsbasierte Abrechnung nach Anzahl Marketing-Kontakte, nicht pro Sitz.
- Pro-Pläne starten ab USD 50/Monat (jährliche Abrechnung) für bis zu 2'000 Kontakte,
- skalierbar bis 52'000 Kontakte auf Pro bzw. bis 100'000 auf Enterprise.
- Ein 14-tägiger Test ohne Kreditkarte ist verfügbar.
HubSpot Marketing Hub
Vier Stufen gibt es zur Auswahl:
- Free
- Starter (ab ca. USD 20/Sitz/Monat, 1'000 Kontakte),
- Professional (ab ca. USD 890/Monat für 3 Sitze und 2'000 Kontakte, zuzüglich einmaliger Onboarding-Gebühr von USD 3'000),
- Enterprise (ab ca. USD 3'600/Monat, 5 Sitze, 10'000 Kontakte).
Die Zahlen stammen aus den öffentlichen US-Preislisten beider Anbieter (Stand Frühjahr 2026); für Schweizer Kunden lohnt sich in jedem Fall eine individuelle Offerte, da lokale Konditionen und Rabatte abweichen können.
Datenschutz und Compliance
monday.com bietet aktuell drei Datenregionen an, die alle auf Amazon Web Services (AWS) betrieben werden:
- USA (Standard-Region, u. a. Nordvirginia)
- EU (Frankfurt, Deutschland)
- APAC (Australien)
Deine Datenregion wird automatisch anhand des Standorts des ersten Nutzers festgelegt, der ein Konto eingerichtet ha,; ein nachträglicher Wechsel ist nicht per Klick möglich, sondern erfordert ein neues Konto in der gewünschten Region.
monday campaigns erfüllt DSGVO-, SOC-2-Type-II-, ISO-27001- und HIPAA-Anforderungen. Für Schweizer Unternehmen bedeutet das: Die Grundlagen für eine nDSG/DSGVO-konforme Nutzung sind vorhanden, die konkrete Ausgestaltung hängt vom eigenen monday-Setup ab.
Für wen eignet sich was?
monday campaigns passt gut, wenn du:
- bereits mit monday CRM arbeitest oder es einführen willst
- primär E-Mail-Marketing brauchst, nicht ein volles Multichannel-Programm
- schnelle Kampagnenerstellung mit AI-Unterstützung und direkte Umsatzzuordnung willst
- Tool-Stack konsolidieren möchtest, statt CRM und Marketing-Tool separat zu pflegen
- Kampagnenprozesse eng an bestehende Work-Management-Workflows anbinden willst
HubSpot Marketing Hub passt besser, wenn du:
- ein vollwertiges CMS für Website, Blog und Landingpages benötigst
- Ads über mehrere Plattformen zentral steuern und auswerten willst
- fortgeschrittenes Lead-Scoring und mehrstufige Attribution brauchst
- ein grösseres Marketing-Team mit ausdifferenzierten Prozessen hast
- bereits stark in ein grosses Ökosystem an Drittintegrationen investiert hast
Fazit
Es gibt kein pauschal "besseres" Tool – die Antwort hängt davon ab, wie dein Marketing-Stack heute aussieht. Wenn dein Team bereits im monday-Ökosystem arbeitet und primär E-Mail-getriebenes Wachstum verfolgt, lohnt sich ein Blick auf monday campaigns – gerade wegen der direkten CRM-Anbindung und des tieferen Einstiegspreises. Brauchst du dagegen eine ausgereifte Multichannel-Suite mit CMS, Ads und Lead-Scoring, bleibt HubSpot Marketing Hub die umfassendere Lösung.


