HR-Prozesse: Übersicht, Digitalisierung und Automatisierung

HR-Prozesse sind die wiederkehrenden Abläufe im Personalwesen: Recruiting, Onboarding, Absenzen und Zeiterfassung, Entwicklung, Lohn und Personaldaten sowie Offboarding. Am meisten bringt die Digitalisierung bei Prozessen, die häufig vorkommen und viele Beteiligte haben, allen voran Onboarding und Offboarding. Plattformen wie monday.com bilden diese Abläufe mit Checklisten und Automationen ab, Make oder n8n verbinden sie mit der Lohn- oder HR-Software. In der Schweiz dürfen Personaldaten nur bearbeitet werden, soweit sie für das Arbeitsverhältnis nötig sind (Art. 328b OR), Gesundheitsdaten gelten nach DSG als besonders schützenswert.
Veröffentlicht am
January 9, 2024
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Ein neuer Mitarbeiter startet am Montag, aber der Laptop ist nicht bestellt, das E-Mail-Konto fehlt, und niemand hat den Einführungstermin im Kalender. Solche Pannen entstehen selten aus Nachlässigkeit, sondern weil HR-Prozesse über E-Mails, Excel-Listen und Zuruf laufen. Dieser Artikel gibt dir eine Übersicht über die wichtigsten HR-Prozesse, zeigt, welche sich zuerst zum Digitalisieren lohnen, und erklärt, worauf Schweizer Unternehmen beim Datenschutz achten müssen.

Was sind HR-Prozesse?

HR-Prozesse sind die wiederkehrenden Abläufe im Personalwesen, von der Stellenausschreibung bis zum Austritt einer Mitarbeiterin. Sie legen fest, wer welchen Schritt erledigt, welche Informationen dabei gebraucht werden und wann etwas abgeschlossen ist. Entlang des Mitarbeiter-Lebenszyklus sind das vor allem diese Prozesse:

  • Recruiting: Stelle ausschreiben, Bewerbungen sammeln, Interviews planen, Zusagen und Absagen verschicken
  • Onboarding: Vertrag, Konten, Hardware, Einführungstermine und erste Wochen organisieren
  • Absenzen und Zeiterfassung: Ferien, Krankheit und Arbeitszeiten erfassen und freigeben
  • Entwicklung und Mitarbeitergespräche: Ziele, Feedback und Weiterbildungen planen
  • Lohn und Personaldaten: Personaldossier führen und Lohnabrechnung vorbereiten
  • Offboarding: Zugriffe entfernen, Material zurückholen, Arbeitszeugnis erstellen
HR-Management-Lösung in monday.com
Quelle: monday.com

Welche HR-Prozesse sich zuerst zum Digitalisieren lohnen

Digitalisierung im Personalwesen heisst nicht, alles auf einmal umzustellen. Am meisten bringen die Prozesse, die häufig vorkommen, viele Personen betreffen und heute über E-Mail oder Papier laufen.

Recruiting

Ohne System liegen Bewerbungen in verschiedenen Postfächern, und niemand weiss, wer schon eine Antwort bekommen hat. Mit einem Bewerbungs-Board landet jede Bewerbung automatisch aus dem Formular oder Jobportal im selben Überblick. Jede Phase, vom Eingang bis zur Zusage, ist sichtbar, und Absagen gehen nicht vergessen.

Onboarding

Das Onboarding ist meist der grösste Hebel, weil HR, IT, Vorgesetzte und das Team beteiligt sind. Eine digitale Checkliste, die mit der Vertragsunterzeichnung startet, sorgt dafür, dass alle ihre Aufgaben rechtzeitig bekommen.

Absenzen und Zeiterfassung

Ferienanträge per E-Mail, eine Excel-Liste für die Planung, der Saldo auf einem separaten Blatt: Hier entstehen schnell Fehler. Ein digitales Antragsformular mit Freigabe durch die vorgesetzte Person und automatischer Eintragung im Teamkalender spart Rückfragen.

Offboarding

Beim Austritt geht oft vergessen, Zugriffe zu entfernen. Das ist nicht nur unordentlich, sondern ein Sicherheitsrisiko. Eine Offboarding-Checkliste, die IT, Vorgesetzte und HR automatisch einbezieht, stellt sicher, dass am letzten Arbeitstag alles erledigt ist.

Vorteile der Digitalisierung im Personalwesen

Beispiel: ein digitaler Onboarding-Ablauf

So könnte ein Onboarding mit monday.com und Make aussehen:

  1. Sobald der Vertrag unterschrieben ist, setzt HR den Status im Personal-Board auf "Zusage".
  2. Make erstellt automatisch ein Onboarding-Item mit einer Checkliste und verteilt die Aufgaben: IT bestellt Hardware, die vorgesetzte Person plant die erste Woche, das Team bereitet den Arbeitsplatz vor.
  3. Eine Woche vor dem Start legt Make das E-Mail-Konto in Microsoft 365 oder Google Workspace an und bucht die Einführungstermine im Kalender.
  4. Am ersten Arbeitstag geht eine Willkommens-E-Mail mit Tagesplan und Ansprechpersonen raus.
  5. Nach 30 Tagen bekommt die neue Mitarbeiterin ein kurzes Feedback-Formular, dessen Antworten wieder im Board landen.

HR sieht jederzeit, welche Schritte erledigt sind und wo es hängt. Wie du einen solchen Ablauf in Make aufbaust, zeigt unser Einstieg:

HR-Prozesse optimieren in 5 Schritten

Bevor ein Tool zum Einsatz kommt, lohnt sich ein Blick auf den Ablauf selbst. Ein schlechter Prozess wird durch Digitalisierung nicht besser, nur schneller.

  1. Ist-Zustand aufnehmen: Wie läuft der Prozess heute, wer ist beteiligt, welche Dokumente und Tools kommen vor?
  2. Engpässe finden: Wo wartet jemand auf eine Information, wo wird doppelt erfasst, wo gehen Schritte vergessen?
  3. Soll-Prozess festlegen: Welche Schritte bleiben, welche fallen weg, wer ist für was verantwortlich?
  4. Digitalisieren und automatisieren: Den Soll-Prozess in einem Tool abbilden und wiederkehrende Schritte automatisieren.
  5. Messen und nachbessern: Nach einigen Wochen prüfen, ob der Prozess schneller und fehlerfreier läuft, und bei Bedarf anpassen.

Beziehe die Personen ein, die den Prozess täglich nutzen. Sie wissen am besten, wo es heute hakt, und akzeptieren die neue Lösung eher, wenn sie mitreden konnten.

HR-Dashboard in monday.com
Quelle: monday.com

Datenschutz im HR: was Schweizer Unternehmen beachten müssen

Personaldaten sind heikel. Nach Obligationenrecht (Art. 328b OR) darf ein Arbeitgeber Daten über Mitarbeitende nur bearbeiten, soweit sie die Eignung für das Arbeitsverhältnis betreffen oder für dessen Durchführung nötig sind. Gesundheitsdaten, etwa aus Arztzeugnissen, gelten nach dem Datenschutzgesetz (DSG) zudem als besonders schützenswerte Personendaten.

Für digitale HR-Prozesse heisst das konkret: Zugriffsrechte müssen klar geregelt sein, damit zum Beispiel nicht das ganze Team die Lohndaten oder Krankheitsabsenzen sieht. Prüfe bei jedem Tool, wo die Daten gespeichert werden, und schliesse einen Auftragsverarbeitungsvertrag ab. Viele Plattformen, darunter monday.com, bieten eine Datenhaltung in der EU. Für die Zeiterfassung gelten zusätzlich die Vorgaben des Arbeitsgesetzes.

Welche Tools für HR-Prozesse passen

Für Lohnabrechnung und Personaldossier setzen Schweizer KMU meist eine spezialisierte HR- oder Lohnsoftware ein, oft als Teil des ERP. Diese Systeme sind stark bei Lohn, Sozialversicherungen und gesetzlichen Vorgaben, aber weniger flexibel bei Abläufen, an denen viele Personen beteiligt sind.

Genau hier ergänzt eine Plattform wie monday.com: Recruiting, Onboarding, Offboarding und Mitarbeitergespräche lassen sich als Boards mit Checklisten, Formularen und Automationen abbilden. Mit Make oder n8n verbindest du beides, sodass zum Beispiel ein neuer Mitarbeiter nur einmal erfasst wird und die Daten automatisch in alle Systeme fliessen. Wie AI-Funktionen in monday.com die Personalarbeit unterstützen, zeigen wir in einem eigenen Artikel.

HR-Digitalisierung mit monday.com
Quelle: monday.com

Praxisbeispiel: HR-Automatisierung bei einem Automobilhersteller

Bei einem globalen Automobilhersteller mit über 150'000 Mitarbeitenden hat Blinno n8n konzernweit eingeführt. Vor den ersten Workflows wurde das Fundament gelegt: Governance, getrennte Entwicklungs- und Produktivumgebungen, Namenskonventionen und ein Freigabeprozess. Danach entstanden die HR-Automatisierungen, die interne Teams heute selbst weiterführen.

HR-Prozesse mit Blinno digitalisieren

Blinno ist monday.com Platinum Partner und Make Gold Partner und arbeitet auch mit n8n. Wir nehmen eure HR-Abläufe auf, definieren mit euch den Soll-Prozess und setzen ihn um, inklusive Anbindung an eure Lohn- oder HR-Software und klar geregelter Zugriffsrechte.

Häufig gestelle Fragen (FAQ)

Was sind HR-Prozesse?

HR-Prozesse sind die wiederkehrenden Abläufe im Personalwesen entlang des Mitarbeiter-Lebenszyklus: Recruiting, Onboarding, Absenzen und Zeiterfassung, Entwicklung und Mitarbeitergespräche, Lohn und Personaldaten sowie Offboarding.

Welche HR-Prozesse sollte man zuerst digitalisieren?

Am meisten bringen Prozesse, die häufig vorkommen, viele Personen betreffen und heute über E-Mail oder Papier laufen. Das sind meist Onboarding, Recruiting, Absenzen und Offboarding.

Wie optimiert man HR-Prozesse?

In fünf Schritten: Ist-Zustand aufnehmen, Engpässe finden, Soll-Prozess festlegen, digitalisieren und automatisieren, danach messen und nachbessern. Beziehe die Personen ein, die den Prozess täglich nutzen.

Was muss man beim Datenschutz im HR beachten?

In der Schweiz darf ein Arbeitgeber Personaldaten nur bearbeiten, soweit sie für das Arbeitsverhältnis nötig sind (Art. 328b OR). Gesundheitsdaten gelten nach DSG als besonders schützenswert. Zugriffsrechte, Datenstandort und Auftragsverarbeitung müssen deshalb klar geregelt sein.

Kann man HR-Prozesse mit monday.com abbilden?

Ja. Recruiting, Onboarding, Offboarding und Mitarbeitergespräche lassen sich in monday.com als Boards mit Checklisten, Formularen und Automationen abbilden. Für Lohnabrechnung und Personaldossier bleibt meist eine spezialisierte HR- oder Lohnsoftware im Einsatz, die sich über Make oder n8n anbinden lässt.

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Wir schauen uns eure HR-Abläufe an, zeigen dir, welche sich zuerst digitalisieren lassen, und setzen sie mit monday.com, Make oder n8n um.

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