Make für Einsteiger: Was Make ist und dein erstes Szenario

Make ist eine No-Code-Plattform, mit der du Arbeitsabläufe zwischen Apps wie Gmail, Slack, monday.com oder deinem CRM automatisierst, ohne zu programmieren. Workflows heissen in Make Szenarien und bestehen aus Modulen, die du in einem visuellen Editor zusammensetzt. Make verbindet über 3'000 Apps und hiess bis Februar 2022 Integromat. Der Gratis-Plan enthält 1'000 Credits pro Monat, bezahlte Pläne starten bei 9 USD pro Monat (jährlich) für 10'000 Credits. In diesem Tutorial baust du ein Szenario, das eingehende E-Mails mit AI kategorisiert und automatisch an das richtige Team verteilt.
Veröffentlicht am
January 29, 2025
Make für Einsteiger - Blinno Blog Thumbnail

Wiederkehrende Aufgaben fressen im Arbeitsalltag viel Zeit: E-Mails sortieren, Daten von einem Tool ins nächste kopieren, Anhänge ablegen, Kolleginnen informieren. Make erledigt solche Abläufe automatisch. Dieser Artikel erklärt, was Make ist, was du damit automatisieren kannst und was es 2026 kostet. Danach baust du Schritt für Schritt dein erstes Szenario: eine AI-gestützte Verteilung eingehender E-Mails.

Was ist Make?

Make ist eine No-Code-Plattform zur Automatisierung von Arbeitsabläufen. Du verbindest Apps wie Gmail, Slack, monday.com, Google Drive oder dein CRM und legst fest, was automatisch passieren soll, wenn ein bestimmtes Ereignis eintritt. Das geschieht in einem visuellen Editor, in dem du einzelne Schritte als Bausteine zusammensetzt. Programmierkenntnisse brauchst du dafür nicht.

Make verbindet über 3'000 Apps und kann jede weitere Schnittstelle über HTTP-Module ansprechen. Die Plattform hiess früher Integromat und wurde im Februar 2022 in Make umbenannt.

Make Logo
Quelle: Make

Was kannst du mit Make automatisieren?

Fast jeder Ablauf, bei dem Daten zwischen Tools wandern, lässt sich mit Make automatisieren. Typische Beispiele aus KMU:

  • Daten zwischen CRM, ERP und Projektmanagement übertragen, damit niemand doppelt erfasst
  • Aus einem gewonnenen Deal automatisch ein Projekt in monday.com anlegen
  • Neue Leads aus Webformularen ins CRM schreiben und das Vertriebsteam in Slack informieren
  • Rechnungen aus E-Mails auslesen und in der Buchhaltung oder in Google Drive ablegen
  • Beim Onboarding neuer Mitarbeitender Konten anlegen, Aufgaben verteilen und Willkommens-E-Mails verschicken
  • Berichte aus mehreren Quellen zusammenführen und regelmässig verschicken

Seit 2025 bietet Make zusätzlich AI-Agents, die innerhalb eines Szenarios selbstständig entscheiden, welche Schritte sie ausführen, sowie einen MCP-Server, über den externe AI-Assistenten wie Claude oder ChatGPT Make-Szenarien auslösen können.

Die Grundbegriffe von Make

Bevor du dein erstes Szenario baust, lohnt es sich, vier Begriffe zu kennen.

Szenario: Ein Szenario ist ein automatisierter Workflow in Make. Es verbindet mehrere Apps und legt fest, in welcher Reihenfolge welche Aktionen ausgeführt werden.
Modul: Ein Modul ist ein einzelner Schritt in einem Szenario. Es liest, erstellt, aktualisiert oder löscht Daten in einer App, zum Beispiel "neue E-Mail abrufen" oder "Item in monday.com erstellen".
Verbindung: Eine Verbindung gibt Make die Berechtigung, mit einer App Daten auszutauschen. Du richtest sie einmal pro App-Konto ein.
Credit: Make rechnet in Credits ab. In der Regel kostet jede Aktion eines Moduls einen Credit. AI-Module mit Make-eigenem AI-Zugang können mehr verbrauchen.

Was kostet Make 2026?

Make hat einen Gratis-Plan mit 1'000 Credits pro Monat und 2 aktiven Szenarien. Das reicht, um die Plattform kennenzulernen und erste einfache Abläufe zu testen. Die bezahlten Pläne kosten bei jährlicher Zahlung ab 9 USD pro Monat (Core, 10'000 Credits), Pro 16 USD und Teams 29 USD. Die Abrechnung erfolgt pro Organisation, nicht pro Person. Wie sich die Kosten im Detail zusammensetzen und wie du den Verbrauch abschätzt, erklären wir in einem eigenen Artikel.

Tutorial: Dein erstes Szenario in Make

Für den Einstieg bauen wir ein Szenario, das eingehende E-Mails in einem zentralen Postfach (zum Beispiel info@unternehmen.com) automatisch kategorisiert und je nach Kategorie weiterverarbeitet: als Aufgabe in monday.com, als Nachricht in Slack oder als weitergeleitete E-Mail mit Ablage der Anhänge in Google Drive.

Use Case: E-Mails automatisch verteilen

Dein Unternehmen erhält täglich viele Anfragen per E-Mail, die an unterschiedliche Teams gehen: Marketing, HR oder Buchhaltung. Statt jede E-Mail von Hand zuzuordnen, übernimmt Make diese Schritte:

  • Neue E-Mails automatisch abrufen
  • Den Inhalt mit AI analysieren und einer Kategorie zuordnen
  • Die E-Mail an das richtige Team weiterleiten
  • Anhänge bei Bedarf in Google Drive speichern
Fertiges Make-Szenario zur E-Mail-Verteilung
Quelle: Blinno

Melde dich bei Make an und klicke im Dashboard auf "Create a new scenario". Falls du noch kein Konto hast, kannst du dich kostenlos registrieren.

Neues Szenario in Make erstellen
Quelle: Blinno

Schritt 1: Postfach auf neue E-Mails überwachen

Klicke auf den Plus-Button in der Mitte des Editors, um das erste Modul hinzuzufügen. Wähle Gmail und darin "Watch Emails". Dieses Modul prüft das Postfach in regelmässigen Abständen und holt neue E-Mails ab.

Gmail Watch Emails Modul in Make
Quelle: Blinno

Beim ersten Modul richtest du die Verbindung zu deinem E-Mail-Konto ein. Danach legst du fest, welchen Ordner Make überwacht und welche E-Mails berücksichtigt werden.

Verbindung in Make hinzufügen
Quelle: Blinno

So konfigurierst du die wichtigsten Felder:

FeldWertErklärung
FolderINBOXÜberwacht den Posteingang.
CriteriaAll emailsRuft alle neuen E-Mails ab, unabhängig vom Lesestatus.
Mark as SeenNeinLässt die E-Mails in Gmail als ungelesen stehen.
Maximum Results1Verarbeitet zum Testen eine E-Mail pro Durchlauf.

Schritt 2: E-Mail-Inhalt mit AI kategorisieren

Füge als zweites Modul ein AI-Modul hinzu, zum Beispiel von OpenAI oder Anthropic, das eine Textantwort erzeugt. Es liest den Inhalt der E-Mail und ordnet ihn einer Kategorie zu, etwa Marketing, HR, Finanzen oder Sonstiges. Ein Prompt dafür könnte so aussehen:

Ordne die folgende E-Mail genau einer dieser Kategorien zu: Marketing, HR, Finanzen, Sonstiges. Antworte nur mit dem Namen der Kategorie, ohne weiteren Text.

E-Mail:
{{1.text}}

Wähle ein aktuelles Modell und setze die Temperatur tief, zum Beispiel auf 0, damit die Zuordnung bei ähnlichen E-Mails gleich ausfällt. Der Platzhalter {{1.text}} übergibt den Text aus dem Gmail-Modul. Die AI gibt ein einzelnes Wort zurück, zum Beispiel "Marketing".

AI-Modul in Make zur Kategorisierung
Quelle: Blinno

Schritt 3: E-Mails mit einem Router verteilen

Nach der Kategorisierung fügst du einen Router hinzu. Er teilt das Szenario in mehrere Pfade auf, und ein Filter auf jedem Pfad bestimmt, welche E-Mails dort weiterlaufen: Marketing, HR, Finanzen oder Sonstiges.

Router: Ein Router teilt ein Szenario in mehrere Pfade. Mit Filtern legst du fest, unter welcher Bedingung ein Pfad ausgeführt wird, zum Beispiel "Kategorie ist gleich Marketing".

Klicke auf "Weiteres Modul hinzufügen", suche nach "Flow Control" und wähle "Router".

Router in Make hinzufügen
Quelle: Blinno

Schritt 4: Aktionen je nach Kategorie

Jetzt bekommt jeder Pfad seine eigene Aktion:

  • Marketing: Make erstellt ein Item im Board "Marketing Tasks" in monday.com.
  • HR: Make schickt eine Nachricht in den Slack-Kanal des HR-Teams.
  • Finanzen: Make leitet die E-Mail an finance@unternehmen.com weiter und speichert Rechnungen in Google Drive.

a) Aufgabe in monday.com für das Marketing-Team

Füge auf dem Marketing-Pfad ein monday.com-Modul "Create an Item" hinzu. Verbinde dein monday.com-Konto, wähle das Board und gib dem Item einen Namen, zum Beispiel den Betreff der E-Mail. Sobald das Modul läuft, erscheint die Aufgabe im Board, und das Marketing-Team kann sie direkt bearbeiten.

monday.com Modul in Make
Quelle: Blinno

Wie du Make und monday.com weiter kombinierst, zeigen wir in diesem Artikel:

b) Slack-Nachricht an das HR-Team

Füge auf dem HR-Pfad ein Slack-Modul "Create a Message" hinzu, verbinde deinen Slack-Workspace und wähle den Kanal. Das HR-Team bekommt die Nachricht danach automatisch.

Slack Nachricht in Make erstellen
Quelle: Blinno

c) Weiterleitung und Ablage für das Finanz-Team

Auf dem Finanz-Pfad leitet ein Gmail-Modul die E-Mail an die Buchhaltung weiter, zum Beispiel mit dem Betreff "Neue E-Mail für die Buchhaltung". Der ursprüngliche Inhalt bleibt erhalten.

Enthält die E-Mail Anhänge, verarbeitet ein Iterator jede Datei einzeln. Ein Filter lässt nur Dateien durch, deren Name "Rechnung" oder "Invoice" enthält und die als PDF, XLSX oder CSV vorliegen. Diese speichert ein Google-Drive-Modul im Ordner "/Buchhaltung/Rechnungen".

Iterator: Ein Iterator teilt eine Sammlung von Elementen, zum Beispiel mehrere Anhänge einer E-Mail, in einzelne Pakete auf. So kann jedes nachfolgende Modul jedes Element separat verarbeiten.

Um einen Iterator hinzuzufügen, suchst du wieder nach "Flow Control" und wählst "Iterator". Als Quelle wählst du das Array "Attachments[]" aus dem Gmail-Modul. Make kennzeichnet Arrays mit eckigen Klammern.

Iterator in Make
Quelle: Blinno

Danach fügst du das Google-Drive-Modul "Upload a File" hinzu, wählst den Zielordner und übernimmst Dateiname und Inhalt aus dem Iterator.

Google Drive Modul in Make
Quelle: Blinno

Den Filter setzt du zwischen Iterator und Google-Drive-Modul. Er prüft, ob der Dateiname "Invoice" oder "Rechnung" enthält.

Filter in Make einrichten
Quelle: Blinno

Schritt 5: Testen und aktivieren

Klicke unten links auf "Run once", um das Szenario mit einer echten E-Mail zu testen. Make zeigt bei jedem Modul an, welche Daten es erhalten und weitergegeben hat. Tritt ein Fehler auf, markiert Make das betroffene Modul, und der eingebaute AI-Assistent hilft bei der Fehlersuche. Wenn alles funktioniert, aktivierst du das Szenario und legst fest, wie oft es laufen soll.

Plane beim Aktivieren auch die Credits ein: Jeder Durchlauf verbraucht pro Modul in der Regel einen Credit, auch wenn keine neue E-Mail da ist. Ein Intervall von 15 Minuten statt einer Minute spart deshalb viele Credits.

Wie es nach dem ersten Szenario weitergeht

Dieses Beispiel zeigt die Grundprinzipien, die in fast jedem Make-Szenario vorkommen: ein Auslöser, eine Verarbeitung, eine Verzweigung und Aktionen in verschiedenen Tools. Darauf aufbauend kannst du Fehlerpfade einbauen, Daten zwischen CRM und Buchhaltung synchronisieren oder AI-Agents einsetzen, die mehrere Tools selbstständig kombinieren.

Wie Make im Vergleich zu n8n, Zapier und Power Automate abschneidet, zeigt unser Überblick:

Make mit Blinno

Blinno ist Make Gold Partner. Wir bauen Szenarien für KMU, von einfachen Verbindungen bis zu komplexen Abläufen mit AI, und betreuen sie auf Wunsch laufend.

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Häufig gestelle Fragen (FAQ)

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