Wiederkehrende Aufgaben fressen im Arbeitsalltag viel Zeit: E-Mails sortieren, Daten von einem Tool ins nächste kopieren, Anhänge ablegen, Kolleginnen informieren. Make erledigt solche Abläufe automatisch. Dieser Artikel erklärt, was Make ist, was du damit automatisieren kannst und was es 2026 kostet. Danach baust du Schritt für Schritt dein erstes Szenario: eine AI-gestützte Verteilung eingehender E-Mails.
Was ist Make?
Make ist eine No-Code-Plattform zur Automatisierung von Arbeitsabläufen. Du verbindest Apps wie Gmail, Slack, monday.com, Google Drive oder dein CRM und legst fest, was automatisch passieren soll, wenn ein bestimmtes Ereignis eintritt. Das geschieht in einem visuellen Editor, in dem du einzelne Schritte als Bausteine zusammensetzt. Programmierkenntnisse brauchst du dafür nicht.
Make verbindet über 3'000 Apps und kann jede weitere Schnittstelle über HTTP-Module ansprechen. Die Plattform hiess früher Integromat und wurde im Februar 2022 in Make umbenannt.

Was kannst du mit Make automatisieren?
Fast jeder Ablauf, bei dem Daten zwischen Tools wandern, lässt sich mit Make automatisieren. Typische Beispiele aus KMU:
- Daten zwischen CRM, ERP und Projektmanagement übertragen, damit niemand doppelt erfasst
- Aus einem gewonnenen Deal automatisch ein Projekt in monday.com anlegen
- Neue Leads aus Webformularen ins CRM schreiben und das Vertriebsteam in Slack informieren
- Rechnungen aus E-Mails auslesen und in der Buchhaltung oder in Google Drive ablegen
- Beim Onboarding neuer Mitarbeitender Konten anlegen, Aufgaben verteilen und Willkommens-E-Mails verschicken
- Berichte aus mehreren Quellen zusammenführen und regelmässig verschicken
Seit 2025 bietet Make zusätzlich AI-Agents, die innerhalb eines Szenarios selbstständig entscheiden, welche Schritte sie ausführen, sowie einen MCP-Server, über den externe AI-Assistenten wie Claude oder ChatGPT Make-Szenarien auslösen können.
Die Grundbegriffe von Make
Bevor du dein erstes Szenario baust, lohnt es sich, vier Begriffe zu kennen.
Was kostet Make 2026?
Make hat einen Gratis-Plan mit 1'000 Credits pro Monat und 2 aktiven Szenarien. Das reicht, um die Plattform kennenzulernen und erste einfache Abläufe zu testen. Die bezahlten Pläne kosten bei jährlicher Zahlung ab 9 USD pro Monat (Core, 10'000 Credits), Pro 16 USD und Teams 29 USD. Die Abrechnung erfolgt pro Organisation, nicht pro Person. Wie sich die Kosten im Detail zusammensetzen und wie du den Verbrauch abschätzt, erklären wir in einem eigenen Artikel.
Tutorial: Dein erstes Szenario in Make
Für den Einstieg bauen wir ein Szenario, das eingehende E-Mails in einem zentralen Postfach (zum Beispiel info@unternehmen.com) automatisch kategorisiert und je nach Kategorie weiterverarbeitet: als Aufgabe in monday.com, als Nachricht in Slack oder als weitergeleitete E-Mail mit Ablage der Anhänge in Google Drive.
Dein Unternehmen erhält täglich viele Anfragen per E-Mail, die an unterschiedliche Teams gehen: Marketing, HR oder Buchhaltung. Statt jede E-Mail von Hand zuzuordnen, übernimmt Make diese Schritte:
- Neue E-Mails automatisch abrufen
- Den Inhalt mit AI analysieren und einer Kategorie zuordnen
- Die E-Mail an das richtige Team weiterleiten
- Anhänge bei Bedarf in Google Drive speichern

Melde dich bei Make an und klicke im Dashboard auf "Create a new scenario". Falls du noch kein Konto hast, kannst du dich kostenlos registrieren.
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Schritt 1: Postfach auf neue E-Mails überwachen
Klicke auf den Plus-Button in der Mitte des Editors, um das erste Modul hinzuzufügen. Wähle Gmail und darin "Watch Emails". Dieses Modul prüft das Postfach in regelmässigen Abständen und holt neue E-Mails ab.

Beim ersten Modul richtest du die Verbindung zu deinem E-Mail-Konto ein. Danach legst du fest, welchen Ordner Make überwacht und welche E-Mails berücksichtigt werden.

So konfigurierst du die wichtigsten Felder:
| Feld | Wert | Erklärung |
|---|---|---|
| Folder | INBOX | Überwacht den Posteingang. |
| Criteria | All emails | Ruft alle neuen E-Mails ab, unabhängig vom Lesestatus. |
| Mark as Seen | Nein | Lässt die E-Mails in Gmail als ungelesen stehen. |
| Maximum Results | 1 | Verarbeitet zum Testen eine E-Mail pro Durchlauf. |
Schritt 2: E-Mail-Inhalt mit AI kategorisieren
Füge als zweites Modul ein AI-Modul hinzu, zum Beispiel von OpenAI oder Anthropic, das eine Textantwort erzeugt. Es liest den Inhalt der E-Mail und ordnet ihn einer Kategorie zu, etwa Marketing, HR, Finanzen oder Sonstiges. Ein Prompt dafür könnte so aussehen:
Ordne die folgende E-Mail genau einer dieser Kategorien zu: Marketing, HR, Finanzen, Sonstiges. Antworte nur mit dem Namen der Kategorie, ohne weiteren Text.
E-Mail:
{{1.text}}Wähle ein aktuelles Modell und setze die Temperatur tief, zum Beispiel auf 0, damit die Zuordnung bei ähnlichen E-Mails gleich ausfällt. Der Platzhalter {{1.text}} übergibt den Text aus dem Gmail-Modul. Die AI gibt ein einzelnes Wort zurück, zum Beispiel "Marketing".

Schritt 3: E-Mails mit einem Router verteilen
Nach der Kategorisierung fügst du einen Router hinzu. Er teilt das Szenario in mehrere Pfade auf, und ein Filter auf jedem Pfad bestimmt, welche E-Mails dort weiterlaufen: Marketing, HR, Finanzen oder Sonstiges.
Klicke auf "Weiteres Modul hinzufügen", suche nach "Flow Control" und wähle "Router".



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